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Der alte Dorfkrug
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Nach
Aufzeichnungen von W Büthe.

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Die älteste Nachricht
weist uns in das
Jahr 1513.
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Damals erhielten die
Herren
von Steinberg zu Wispenstein die Krug
und
Braugerechtigkeit.
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Es ist anzunehmen,
das, wenn seinerzeit
in Föhrste noch kein Krughaus gewesen
sein sollte, dies bald
darauf gebaut wurde, denn Föhrste war
damals ein reiches Dorf.
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Genaueres erfahren wir
erst aus dem Jahr 1749.
- Denn damals,
am 7. September, verkauften die
Gevettern von Steinberg ihren Krug
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Garten zu Föhrste an den Krüger
Kahrmann für den Preis
von 940 Rthl.
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„guten gangbaren
Geldes".
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Die Bedingungen für den Kauf waren
folgende:
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Der Krüger hat nicht
nur das
Haus in einen recht guten Stand zu setzen,
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sondern auch die
Stallungen für
Pferde zu verbessern,
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...
so daß auch honette
Leute bei ihm zu logieren Lust
haben.
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Bier und Branntwein
hat der Krüger
bei 10 Rthl. Strafe vom adligen Gut
in
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Wispenstein oder
Brüggen zu kaufen,
falls er dort aber keinen Branntwein
bekommen sollte,
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so hat er für jedes 1/4
Faß 1 Rthl. Accise zu
entrichten (Verbrauchssteuer)."
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Eine weitere Bedingung
beim Kauf war:
„Von der Krugnahrung oder Schankgerechtigkeit des Bieres
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oder Branntwein zahlet der Krüger Kahrmann jährlich
achte Rthl. an guten
'/.3
Stücken."
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Die Vettern von
Steinberg übernahmen dagegen folgendes:
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„Zu der benöthigten
Feuerung soll dem Krüger jährlich achte
Klafter Pollholz und 2
Fuder Wasen
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forstzinsfrei gegen Erlegung des Anreisegeldes
verabfolgt werden."
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Dieser Kauf-Contract
wurde in Brüggen
im Jahr 1749 rechtsgültig unterzeichnet.
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Die Krugzinse wurde
bis zum Jahr 1882
bezahlt. Damals betrug sie 27,33 RM.
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Am 7. Januar 1832
erfolgte die Übernahme
des Kruges in die heutige Familie
Schaper und zwar durch
Ehestiftungsvertrag,
um den die Witwe Kahrmann in
ihrem Hause, dem
heutigen Gasthaus,
nachgesucht hatte.
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Es war anwesend der
Sattler August
Sehaper aus Alfeld als Bräutigam der
Braut und
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Johanne Luise,
Tochter der
Witwe Kahrmann als Braut und die Krügerin
Witwe Kahrmann, geb. Poven
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als Mutter der Braut.
- Zunächst
versprechen sich nochmals die Brautleute einander
und „mit Nächstem ihr Verlöbnis durch
priesterliche
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Trauung vollziehen zu lassen." Als Brautschatz bringt die Braut das in Föhrste neben dem
Wachtmeister Hoffmeister
und
Köther
August
Schmidt gelegene Wohnhaus mit der
Kruggerechtigkeit und den übrigen
Gerechtigkeiten mit.
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Am 17. Dezember
1838 wird vom Königlichen
Amte dem Gastwirt Schaper zu
Föhrste an die Stelle
der Witwe Kahrmann
zu Föhrste die nachgesuchte
Erlaubnis zur
Treibung des Hockenhandels daselbst unter folgenden Bedingungen
und Einschränkungen hiermit ertheilt,
daß er ... ". Und dann folgt
die Aufzählung von Waren, die verkauft
werden dürfen.
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Um 1840 erlebt das
Gasthaus „eine
regelrechte Blütezeit".
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Durch die geräumigen
Stallungen kam es zum Ausspannen
der Personenposten, was auch
gleichzeitig zum
Logieren der Reisenden
führte.
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Die Eröffnung der Eisenbahnlinie
Hannover-Göttingen bedeutete
für das Gasthaus einen
erheblichen
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Aderlaß, der aber dank der zentralen
Lage in Grenzen
gehalten werden
konnte.
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Nachdem in der zweiten
Generation Ludwig August die Gaststätte führte,
übernahm 1889 Georg
Louis Schaper
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die Restauration.
- Eine
Bauzeichnung aus dem Jahre 1889 läßt
die Errichtung einer Kegelbahn und
einer Veranda erkennen.
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Auf der Zeichnung
fehlt noch der Teil des Gebäudes,
der an die Hauptstraße grenzt.
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Die
hohe Gartenmauer, die schon einmal während
eines Wolkenbruches einstürzte,
zog sich bis auf die
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heutige Hausecke
vor, bis dann um 1890 herum hier auf
der Giebelseite neue Keller
geschaffen wurden,
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die
Verlängerung des Gebäudes
bis an die Straße erfolgte und dem Hause das heutige stolze
Aussehen gab.
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Nach dem Tod von
Georg Louis folgte
1912 Louis Schaper und 1939 seine Frau
Lina Schaper,
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bis 1951 Hellmuth
Schaper
den Krug übernahm und bis 1988 leitete.
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In diese Epoche fällt eine umfassende
Modernisierung der Gaststätte.
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Der heutige
„Kreuger" heißt Detlef Schaper.
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Einst „zierte" eine
Pumpe mit einer langen
steinernen
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Pferdetränke davor den
Krughof.
- In ihren
Grundzügen zeigt sich die Gastwirtschaft
Schaper
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als eines der ältesten
Häuser unseres
Dorfes.
Quelle: 1250 Jahre Föhrste (742 - 1992)
Eine Heimatgeschichte